Mittwoch, 12. Dezember 2007

normalerweise - 15 Grad

hat es in Warschau im Dezember. Das zumindest hat mir gestern ein Student von hier erzählt, der der Meinung ist, dass die Erderwärmung den Unterschied macht. Momentan gibt es keinen ersten weißen Schnee mehr sondern nur noch Regen. Der Schnee ist geschmolzen und ich fühle mich definitiv zu warm angezogen.
Deswegen habe ich mir gestern eine neue Jacke zugelegt. Rot. An der Kasse angekommen stellt sich heraus das der Preis nicht drauf ist. Die Frau an der Kasse fragt mich also, was die Jacke kostet. Auf Polnisch. Ich verstehe zuerst nicht. Ich sage ihr, dass ich nicht verstehe, ob sie evtl. Englisch spricht. Sie schaut mich an und wiederholt dann den Satz von vorher - wieder auf Polnisch, aber diesmal schreit sie ihn mir ins Gesicht. Als ob ich mehr verstehen würde, wenn sie laut schreit, was sie vorher gesagt hat.
Ich habe inzwischen erraten, was sie will und schreibe den Preis, von dem ich meine dass er stimmt, auf ein Zettelchen, nachdem ich vorher zwar nicht an der Zahl vor aber an der hinter dem Komma gescheitert bin - wie das verbunden wird, hab ich noch nicht gelernt. Mein Gekritzel bringt wenig, sie ist angenervt und wartet, bis ihre Mitverkäuferin ihr den Preis nennt. Erst dann kann ich meine neue Jacke mit heim nehmen.
Manche Leute in Geschäften und vor allem Milchbars sind hier teilweise unfreundlich. Der polnische Student, der mir von den - 15 Grad berichtet hat, ist der Überzeugung, dass manche Leute netter sein sollten. Vor allem die Älteren. Und er meint, das kommt aus sozialistischen Zeiten: Damals gab es ein Sprichwort, das grob übersetzt heißt, ob du liegst oder stehtst, du wirst das selbe Geld verdienen. Und er hat mir von einer Karikatur erzählt: In der Milchbar gibt die Ausgeberin einem nach dem andren in der Warteschlange sein essen, alle sagen:"Gott segne dich". Nur einer wagt es, lediglich "Vielen Dank" für die Dienstleistung zu sagen.

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