Mittwoch, 23. Januar 2008

Die Vögel

Ein seltsames Phänomen, und es wird mir immer nur bewusst, wenn das Wetter dazu passt.
Wenn es grau und diesig ist, als würde der Himmel demnächst runterfallen, aber vielleicht wird es auch einfach nur regnen oder schneien. Auf alle Fälle ist bei dem Wetter, das mit dem Phänomen verbunden ist, immer alles grau und trist. Die Blätter des letztjährigen Herbstes sind wieder zu sehen, weil kein Schnee mehr liegt. Die Blätter können aber auch über den braunen Matsch nicht hinwegtäuschen, der jetzt überall liegt. 

Und in solchen Momenten, wenn also der Himmel beinahe die Erde erdrückt, da sehe ich sie und nehme sie war: Riesige Vogelschwärme, schwarze Vögel, in großen Mengen. Ich vermute, es sind Krähen. Pechschwarz, ich habe sie noch nie am Boden sitzen und dann gemeinsam aufstoben sehen, habe bisher immer nur gesehen, wie sie, sehr viele von ihnen, über meinen Kopf und die Dächer der grauen Häuser an grauen Tagen geflogen sind. 

Ich frage mich, ob sie weiterziehen, wenn sich das Wetter ändert?

Donnerstag, 17. Januar 2008

Das interessiert niemanden nicht

"Nic nie rozumiem" - Ich verstehe nichts. Eigentlich aber: Ich verstehe nicht Nichts. Was haben wir also im Polnischen gefunden, was den Bayern, aber auch nur ihnen, kein Kopfzerbrechen macht? Richtig: Die doppelte Verneinung. Ein Konstrukt, das für den Rest Deutschlands äußerste seltsam anmuten kann, wird in Polen genauso gepflegt wie bei uns etwa: "Des versteht doch koa Mensch ned!". 
Eigentlich sollte daraus folgen: Ich verstehe. Und weil Nicht nichts, verstehe ich etwas. Die andren im Polnischkurs waren erstaunt, ich bin begeistert. Eine kleine Grenze zerstört also keine sprachlichen Besonderheiten. 

Wobei, den Franzosen dürfte das doch auch nicht so fremd vorkommen? "Je ne compris pas", das zählt doch wohl auch dazu, zu dieser Struktur, Sprachverschwörung gegen Nichteingeweihte!

Sonntag, 13. Januar 2008

Wieder Warschau

Seltsam. Nach zwei Wochen daheim, irgendwo zwischen Ober- und Niederbayern, bin ich nach kurzem Flug vor gut einer Woche wieder angekommen. 

Und ich stelle mehrerlei fest: 
Ich brauche nicht mehr wirklich lange um mich wieder einzugewöhnen
Warschau erscheint mir immer mehr als meine Stadt, ich kann inzwischen schon den Weg erklären, wenn Menschen mich fragen. Und manchmal sogar die Tramnummer. 

Es ist wärmer als erwartet
Ich bin von krassen Minusgraden ausgegangen. Am Anfang zurück, wehte zwar der berüchtigte kalte, beißende Wind, aber nur zwei Tage. Seit dem ist es mässig bis angenehm, soll heißen, über 0 Grad. Ebenso: Kein Schnee. 

Es ist heller als erwartet
Das ist keinesfalls auf die Herzlichkeit der Menschen hier bezogen, die meistens nicht so gering ist. Obwohl alle Großstädte wohl die Menschen zu etwas kälteren Gesellen machen. 
Ernsthaft, es war heute um halb fünf noch einigermassen hell! Das ist wirklich gut, nachdem das etwa ne Stunde mehr Licht heißt, als zu der Zeit als ich abgeflogen bin. Und das tut gut und lässt die Stadt noch schöner sein. Tageslicht macht einfach ein paar Glückshormone mehr herumschwirrend. 


Was ich noch feststelle: Das Semester geht zu Ende. 
Die große Abschiedsparty hat bereits stattgefunden. Und jetzt sind alle etwas angespannt - die Rückflüge schon gebucht, das Bedürfnis, die Klausuren zu bestehen und die noch ausstehenden Essays zu schreiben. Ich sollte traurig sein, ich werde es langsam auch. Aber ich habe noch ein weiteres Semester und freue mich schon drauf - es wird noch wärmer und heller sein. Und diverse ausstehende Besuche werden mich auf Trab halten. Hoffe ich :) 



Freitag, 11. Januar 2008

Le Tecktonik

Ganz groß à la mode ist in Frankreich bei jungen Männern die battle im Tecktonik, ein Tanz mit definierten Bewegungen zu beschwingter, technoider Musik. Hier en action: mein Mitbewohner Pablo (der erste) mit seinen Freunden Antoine und Charlie:

http://www.youtube.com/watch?v=YIRrXaUKL1k

Samstag, 5. Januar 2008

Dialog unter zwei Bayerinnen, Flughafen München

In der Absicht, eine Flasche Mineralwasser zu kaufen, wird diese auf die Theke gestellt.

a: Your flightdestination? (Mit bayerischem Akzent im Englischen)
b: Warschau. (eindeutig: Bayerische Aussprache)
a: One Euro seventee. (Mit bayerischem Akzent im Englischen)
b: Hier, Bitte (Geld wird überreicht)
a: ... and thirtee cent (gibt das Wechselgeld über die Theke)
b: Wiederschaun!
a: (erstaunt) Wiederschaun!