Sonntag, 16. Dezember 2007

Heimat

Im fremden Land muss man immer zugeben – ein bisschen fühle ich das zumindest so _ "Ich bin Deutscher." Oder wie ich lieber sage "Ich komme aus Deutschland." Dabei sehe ich mich weder über meine Abstammung noch durch eine geographische Gemeinsamkeit mit einem wie auch immer in einen Schachtel gesteckten deutschen Volk verbunden, denn das ist in jedem Fall ein Konstrukt. Wo ich her komme, das ist kein Ort – höchstens eine Wohnung, ein Zimmer – das ist ein soziales Netzwerk, das mich umgibt, das mich überall umgibt, das da ist, das sind die Wege meiner Kommunikationversuche und die Antworten darauf, mit einer Mitte, mit mir als Ursprung, meinen Gedanken in meiner Sprache, die die Strukturen meines Denkes bestimmt und die nennt man deutsch.

1 Kommentar:

willersdorf hat gesagt…

Als ich vor Jahren ein Zimmer in einem französischen Studenten-Wohnheim bezog, machte ich das Radio an und - o Freude über Freude - klopfte Beethovens Fünfte schicksalhaft an meine Tür, krächzend aus dem Lautsprecher.

Und dann geschah das Ungeheuerliche: die französische Moderatorin mit der sympathischen Stimme blendete nach dem "da-da-da-daaaaan" die Symphonie aus, sagte: "Et voilà, chers auditeurs, la cinquième symphonie de Beethoven" und blendete die Musik wieder ein. (Das wär bei einem deutschen Sender sicher ein Grund für einen fristlosen Rausschmiss gewesen ...)

Benno